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Bericht über eine internationale Begegnungswoche

“Zeitzeichen Zwangsarbeit – Geschichte begegnen heute”

Zwölf junge Erwachsene aus Deutschland, Polen und der Ukraine trafen sich Ende April in Osterholz-Scharmbeck anlässlich eines Seminars, um über gemeinsam geteilte Geschichte nachzudenken.  In Kooperation mit dem Tagungshaus Bredbeck und dem Deutsch-Polnischen-Jugendwerk setzte der Denkort Bunker Valentin einen regionalen Schwerpunkt mit dem “Zeitzeichen Zwangsarbeit”.  Ausgehend von eigener, familiengeschichtlicher Auseinandersetzung der Teilnehmenden wurde das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart vielschichtig reflektiert.

Das zum wiederholten Mal stattfindene Zeitzeichen-Projekt  war auch in diesem Jahr ein “Labor” für prozessorientierte politisch-historische Bildungsarbeit. Den binationalen Teamerinnen gelang es, einen sozialen Rahmen zu schaffen, der die jungen Erwachsenen schnell zueinander Vertrauen finden liess. Die Hemmungen, sich in der Fremdsprache Englisch ausdrücken zu müssen waren bald vergessen und selten war Auseinandersetzung um Geschichte so lebendig. Alle brachten ein Stück der eigenen Familiengeschichte mit Bezug zum Zweiten Weltkrieg mit, Karina aus der Ostukraine sogar eine eigens vorbereitende Präsentation über die Erinnerungen der Großmutter an ihre Zeit als “Ostarbeiterin” in Mönchengladbach. Wie andere Teilnehmende musste auch Karyna aufgrund des Krieges ihre Heimat verlassen und wohnt heute in Kiew.  Die ukrainischen Teilnehmenden schilderten in Kleingruppengesprächen wie sie die politischen Ereignisse in ihren Heimatgemeinden erlebt haben. So erzählte die heute ebenso in Kiew lebende Tanya bei einem Workshop vor Ort beim Bremer Flüchtlingsrat:

“Hätte vor ein paar Jahren jemand zu mir gesagt, bald wird im Donbass Krieg sein und Du wirst mit Deiner Familie weggehen, hätte ich gesagt: Du spinnst ja.”

Sie stimmt dem Referenten der einst vor der Militärdiktatur in Nigeria flüchtete zu, dass es wichtig ist, sich im “Hier und Jetzt” mit Ungerechtigkeiten zu beschäftigen:

“Denn wenn man erst mal fliehen muss ist es zu spät.”

Im Haus der Kulturen in Osterholz Scharmbeck trifft die Gruppe beim Austausch über sozialen Wohnungsbau auf eine singende Kochgruppe. Später am Tag, zurück in der Gruppenunterkunft im Tagungshaus Bredbeck, wird der polnische Traditionstanz Polonaise auch schon mal den Teilnehmer_innen eines Clownworkshops, der aus rüstigen Senior_innen besteht, beigebracht. Berührungsängste gab es bei den hochmotivierten jungen Erwachsenen, jeweils 7 Teilnehmer_innen aus Polen und der Ukraine und 5 aus Deutschland, definitiv nicht. Beim Abschied gabs dafür Tränen: Die Vielfalt der Themen, die Lust am Diskutieren und die neuen Perspektiven auf vermeintlich Altbekanntes die diese Woche mit sich brachten, schweisste alle zusammen. Und ein gemeinsamer Ohrwurm blieb am Ende auch: Chervona Ruta von Ani Lorak. Unbedingt mal reinhören!

Das Projekt wurde geteamt von Tatyana Krukovskaya, Kathrin Herold und
Laura Radel.

Teilnehmende des Projektes "Zeichzeichen/Timesignals" 2017, Foto: Tagungshaus Bredbeck aufgenommen von Valeriia Zhdanova und Dana Fesenko

Teilnehmende des Projektes "Zeichzeichen/Timesignals" 2017, Foto: Tagungshaus Bredbeck aufgenommen von Valeriia Zhdanova und Dana Fesenko

Teilnehmende des Projektes "Zeichzeichen/Timesignals" 2017, Foto: Tagungshaus Bredbeck aufgenommen von Valeriia Zhdanova und Dana Fesenko 

Teilnehmende des Projektes "Zeichzeichen/Timesignals" 2017, Foto: Tagungshaus Bredbeck aufgenommen von Valeriia Zhdanova und Dana Fesenko

 

 

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