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Unterschiedliche Erinnerung – Gemeinsame Gegenwart

Foto zum Download: Das Projektteam von *„Multi-peRSPEKTif“ am Denkort Bunker Valentin: Appolinaire Apetor Koffi, Kathrin Herold und Ali Naki Tutar (von li. nach re.), Foto: Denkort Bunker Valentin/LzpB

 

 

Multi-peRSPEKTif* ist der Name eines Modellprojektes, das bis Dezember 2017 am Denkort Bunker Valentin durchgeführt wird.  Begegnung ermöglichen zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung steht dabei im Mittelpunkt des Projektes.

Rund 40.000 Euro Fördergeld für Projektentwicklung und Realisation wurden dem  Bremer Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“  durch die Bundeszentrale für politische Bildung zur Verfügung gestellt. Das mehrmonatige Projekt wird nun in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und dem Denkort Bunker Valentin realisiert.

 „Gedenkstätten können einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für die Situation geflüchteter Menschen leisten“, so Dr. Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. „Das Nachdenken über die Geschichte des Bunkers „Valentin“ und die vielfältigen Schicksale der aus ganz Europa nach Bremen-Farge verschleppten Zwangsarbeiter sind Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Flucht- und Vertreibungsbiografien sowie rassistischen Zuschreibungen in der Vergangenheit und jetzigen Gegenwart .“

So sollen in den nächsten Monaten mehrere Seminare durchgeführt werden, bei denen Begegnung und Austausch über vergangene und gegenwärtige Vertreibungen, Kriege und Lager stattfinden.  Die Durchführung von Interviews mit Menschen mit Fluchterfahrung ist geplant. Im Dezember sollen bei einem öffentlichen Symposium der Landeszentrale die Projektergebnisse vorgestellt werden.

Voneinander lernen für eine bessere Zukunft  – haben sich die Organisatoren auf die Fahnen geschrieben. Ein dreiköpfiges pädagogisches Team mit und ohne Migrationshintergrund betreut das Projekt Multi-peRSPEKTif* am Denkort Bunker Valentin.  „Es ist für mich eine große Ehre als freier Mitarbeiter Erinnerungsarbeit am Denkort mitzugestalten.“  sagt Appolinaire Apetor Koffi, der sich mit Beratungsarbeit an der Uni Bremen sowie bei der Flüchtlingsinitiative engagiert hat. Der gebürtige Togolese ist heute deutscher Staatsbürger und hat sich als angehender Jurist auf Migrations- und Völkerrecht sowie auf Rechtsgeschichte spezialisiert.  Mit dabei ist auch der aus Nord-Kurdistan stammende Ali Naki Tutar. Er engagiert sich nebenher auch in der Bremer queeren geflüchteten migrantischen „people of colour“-Gruppe „Queeraspora“ und beschreibt seine Motivation so:  "Eigene Diskriminierungserfahrungen haben meine Auseinandersetzung mit Faschismus und Rassismus geprägt, weshalb ich es wichtig finde uns auch am Denkort mit Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, die sonst eher unsichtbar bleiben, zusammenzusetzen.“  Kathrin Herold koordiniert die Aktivitäten: „Am Denkort existiert bereits eine Kultur des Zuhörens und des voneinander Lernens. In diesem Sinne ist der Ansatz von Multi-peRSPEKTif* nicht völlig neu, aber die Förderung macht es möglich, mehr  Menschen an den Denkort einzuladen, und gemeinsam fragend neue Wege zu erkunden.“

 

*„Multi-peRSPEKTif“ ist eine Wortschöpfung: Perspektif die türkische Übersetzung von „Perspektive“, ein Wort, das durch Austausch einzelner Buchstaben in vielen Sprachen Verwendung findet. Außerdem versteckt sich das Wort Respekt in "Perspektif".

 

Pressekontakt:
Sandra Kern-Rollwage
Öffentlichkeitsarbeit
Denkort Bunker Valentin
Landeszentrale für politische Bildung Bremen
Telefon  0421 - 696 73 670
E-Mail: sandra.kern@ich-will-keinen-spambunkervalentin.de