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5 Jahre Denkort

Grußbotschaften zum 5-jährigen Bestehen des Denkorts Bunker Valentin

 

Michelle Callan, Irland


‘Harry Callan was one of 32 Irishmen used as slave labourers at Bunker Valentin. He first returned to Bunker Valentin in 2005 and returned each year for commemoration ceremonies. Sadly Harry, the last survivor of the Irishmen, died in September 2019. The work carried out at the site and the inclusion of local school students has ensured that Denkort Bunker Valentin will remain not only as a memory of a terrible time in our history but also as a place of reconciliation. Working with the students and the Denkort team brought an end to Harry's nightmares and he was proud to be associated with this work.’

 

"Harry Callan war einer von 32 Iren, die als Zwangsarbeiter am Bunker Valentin arbeiteten. 2005 kehrte er das erste mal zum Bunker zurück und nahm jedes Jahr danach an den Gedenkveranstaltungen teil. Leider starb Harry, der letzte Überlebende der Iren, im September 2019. Die Arbeit vor Ort und die Einbeziehung der lokalen Schüler:innen haben dafür gesorgt, dass der Denkort Bunker Valentin nicht nur als Erinnerung an eine schreckliche Zeit in unserer Geschichte, sondern auch als ein Ort der Versöhnung erhalten bleibt. Die Zusammenarbeit mit den Schüler:innen und dem Denkort-Team beendete Harrys Albträume und er war stolz darauf, ein Teil dieser Arbeit zu sein."


 

Yves & Jeannine Migdal, Frankreich


« Mon père a fortement contribué et lutté pour que ce bunker devienne un sanctuaire de la mémoire. Il aurait été fier et heureux de savoir que ce projet ait abouti. Y retourner avec ma mère, sans lui, sur les lieux de ses souffrances, pour son inauguration, fut à la fois fort symboliquement et particulièrement émouvant. Il était néanmoins nécessaire que nous fussions présents, car le besoin de transmission reste une priorité absolue. Car partout dans le monde les signes de l’intolérance reviennent en force. La mémoire ne doit être qu’un outil pour affronter l’avenir. »

 

"Mein Vater trug dazu bei und kämpfte hart dafür, diesen Bunker zu einem Ort der Erinnerung zu machen. Er wäre stolz und glücklich gewesen zu wissen, dass dieses Projekt erfüllt wurde. Mit meiner Mutter, ohne ihn, an den Ort seines Leidens zurückzukehren, um die Einweihung zu feiern, war sowohl höchst symbolisch als auch besonders bewegend. Doch es war notwendig, dass wir anwesend waren, denn das Weitergeben bleibt eine absolute Priorität. Denn überall in der Welt kehren die Zeichen der Intoleranz mit aller Kraft zurück. Die Erinnerung muss ein Werkzeug sein, um sich der Zukunft zu stellen."


 

Maurizio Tomasi, Italien


«È stata un’emozione molto forte e profonda, quella che il 21 maggio 2018 ho provato nel vedere la foto di mio padre, Elia Tomasi, proiettata su una parete all’interno del Bunker Valentin. Nello stesso luogo dove per molti mesi era stato un Internato Militare Italiano, costretto al lavoro forzato, privato della libertà, senza alcun rispetto per la sua persona, adesso aveva finalmente un volto, un nome e un cognome. Nello stesso luogo dove era stato annietato come persona, gli veniva finalmente restituita dignità umana. Sono grato al Denkort Bunker Valentin per aver scelto di ricordare in questo modo gli uomini che lo hanno costruito: è un gesto che ha un enorme valore sul piano umano, morale ed etico.»

 

"Für mich war es eine sehr starke und tiefe Emotion, am 21. Mai 2018 das Foto meines Vaters Elia Tomasi auf eine Wand im Bunker „Valentin“ projiziert zu sehen. An dem Ort, an dem er viele Monate als italienischer Militärinternierter eingesperrt war, Zwangsarbeit leisten musste und seiner Freiheit beraubt war, an dem es keinen Respekt für ihn als Person gab, hatte er nun endlich wieder ein Gesicht, einen Vor- und Nachnamen. An dem Ort, an dem er als Person vernichtet worden war, wurde ihm schließlich die Menschenwürde zurückgegeben. Ich bin dem Denkort Bunker Valentin dankbar, diesen Männern, die den Bunker zwangserbaut haben, zu gedenken: es ist ein Akt, der für mich aus menschlichen, moralischen und ethischen Gründen einen riesigen Wert besitzt."


 

Marc Hivernat, Frankreich

die vollstände, ausführliche Grußbotschaft von Marc Hivernat kann unter den folgenden Links eingesehen werden: französisch, deutsch


« Pour nombre de familles de déportés, de Murat ou d’ailleurs, il n’existe rien de la trace de leur aïeul : pas de sépulture, pas de lieu de recueillement, pas de site de communion. Rien. Avec le Denkort Bunker Valentin, en 5 ans, de rien, a surgi quelque chose. Qui existe. Pour ma part, comme pour d’autres familles murataises, quand je viens au Denkort Bunker Valentin où périt mon grand-père, je sais que je suis en un lieu de proximité avec lui. Je sais qu’il a été là, qu’il y est sans doute encore, quelque part, là-bas, même quand je suis loin. À défaut de savoir précisément où il est mort, je sais où il est parti et c’est là, ce qui me rend aujourd’hui ce lieu si familier, si proche, presque mien. Et partagé En cette période de la Toussaint, je pense au Denkort Bunker Valentin comme à mon 3ème cimetière, avec celui de Murat et de Bredons. »

 

"Für viele Familien von Deportierten, aus Murat oder anderswo, gibt es keine Spur ihrer Vorfahren: keine Grabstätte, keinen Ort der Erinnerung, keinen Ort der Gemeinschaft. Nichts. Mit dem Denkort Bunker Valentin ist in 5 Jahren, aus dem Nichts, etwas entstanden. Etwas, das da ist. Für mich, wie auch für andere Familien aus Murat, ist es so: Wenn ich an den Denkort Bunker Valentin komme, wo mein Großvater gestorben ist, so fühle ich mich ihm nah. Ich weiß, dass er da war, dass er wahrscheinlich immer noch da ist, irgendwo, auch wenn ich weit weg bin. Wenn ich auch nicht weiß, wo genau er gestorben ist, weiß ich doch, wohin er gegangen ist, und das ist es, was mir diesen Ort heute so vertraut, so nah, fast zu meinem eigenen Ort, macht. In dieser Zeit um Allerheiligen denke ich an den Denkort Bunker Valentin als meinen dritten Friedhof, zusammen mit dem von Murat und Bredons."


 

Pauline Touber, Niederlande


“Uit de verhalen van mijn vader, Klaas Touber, wist ik dat de bunker heel groot was, maar dat die zo immens groot zou zijn had ik niet verwacht. Op de dag van de opening hebben de geprojecteerde namen een grote indruk op mij gemaakt. In een vitrine zie ik de spullen van mijn vader staan. Zijn schrijfmachine en een uitvergroot schilderij. Beiden, schrijven en schilderen, waren voor hem een manier om enigszins met zijn oorlogstrauma om te kunnen gaan, wat goed te zien is in het schilderij. Buiten, op het pad langs de foto's, was voor mij een soort rustpunt waar ik alle indrukken kon laten bezinken. Het is goed om een gedenkplaats als dit te hebben, omdat het laat ziet wat voor leed de dwangarbeiders is aangedaan.”

 

"Aus den Erzählungen meines Vaters, Klaas Touber, wusste ich, dass der Bunker sehr groß ist, aber dass er so gewaltig groß sein würde, hatte ich nicht erwartet. Am Tag der Eröffnung haben die an die Wand projizierten Namen einen großen Eindruck auf mich gemacht. In einer Vitrine sehe ich die Sachen meines Vaters stehen. Seine Schreibmaschine und ein ausvergrößertes Bild, das er gemalt hat. Beides, Schreiben und Malen, waren für ihn seine Art um einigermaßen mit seinem Kriegstrauma umzugehen, wovon das Bild einen guten Eindruck hinterlässt. Draußen, auf dem Rundweg an den Bildern entlang, war für mich wie an einem Ruhepunkt zu verweilen, an dem ich alle Eindrücke sacken lassen konnte. Es ist gut, einen Gedenkort, wie diesen zu haben, weil er anschaulich macht, was für Leid den Zwangsarbeiter:innen angetan wurde."


 

Tom Devos, Belgien


"Vanuit ons dorp Meensel-Kiezegem, België, werden meer dan 70 inwoners gedeporteerd naar het concentratiekamp van Neuengamme. Verschillende dorpsgenoten kwamen op deze manier terecht in het kamp van Bremen Blumenthal en Schützenhof, van waaruit ze moesten meewerken aan de Valentin Bunker. In 2001 bezocht ik voor de eerste maal de Valentin Bunker samen met mijn grootmoeder en de een groep van ons dorp. Ik was toen 13 jaar oud. De indruk van toen is er vandaag, 20 jaar later, nog steeds. Vanuit onze vereniging waren we dan ook verheugd met de initiatieven om van dit oord een permanent museum te maken. Het museum Bunker Valentin is wat ons betreft één van de belangrijkste gedenkplekken van het Nazi-regime, zodat we het nooit zouden vergeten."

 

"Mehr als 70 Einwohner unserer Gemeinde Meensel-Kiezegem wurden 1944 ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert. Einige von ihnen kamen in die Außenlager Blumenthal und Schützenhof, von wo aus sie am Bunker „Valentin“ Zwangsarbeit leisten mussten. Im Jahr 2001 besuchte ich den Bunker zum ersten Mal, mit meiner Großmutter und einer Delegation aus unserer Gemeinde. Damals war ich 13 Jahre alt. Heute, 20 Jahre später, ist der Eindruck immer noch stark. Darum waren wir sehr froh, als wir hörten, dass am Bunker eine Ausstehung entstehen soll. Der Denkort Bunker Valentin ist einer der wichtigsten Orte, um sich an die Verbrechen des NS-Regimes zu erinnern. Wir dürfen niemals vergessen!"


 

 

Michelle Callan und ihr Schwiegervater Harry Callan, ehemaliger Zwangsarbeiter aus Irland, bei einem Empfang im Arbeitszimmer des damaligen Bürgermeisters Carsten Sieling (2018).
(c) Senatspressestelle

Jeannine Migdal, Ehefrau von André Migdal, einem ehemaligen Zwangsarbeiter aus Frankreich, mit ihrem Sohn Yves und dem langjährigen Bürgerschaftspräsidenten Christian Weber (2015).
(c) Bremische Bürgerschaft

Maurizio Tomasi, Sohn von Elia Tomasi, einem ehemaligen Zwangsarbeiter aus Italien, im Gespräch mit Christian Weber (2015).
(c) Bremische Bürgerschaft.

Marc Hivernat, Nachfahre von Marius Hivernat, einem ehemaligen Zwangsarbeiter aus Frankreich, und Co-Vorsitzender von Mémoire(s) & Déportation du Cantal bei einer Rede zum 35. Jahrestag der Einweihung des Mahnmals "Vernichtung durch Arbeit" (2018). (c) Denkort Bunker Valentin

Pauline Touber, Tochter von Klaas Touber, einem ehemaligen Zwangsarbeiter aus den Niederlanden, vor dem Mahnmal "Vernichtung durch Arbeit" (o.D.).
(c) private Sammlung

 

 

Geschichte

Poppy Appeal, 2013, Schenkung von Harry Callan

In England wird seit dem Ende des Ersten Weltkriegs an jedem zweiten Sonntag im November der Remembrance-Day...

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Besuch

Informationszentrum, Rundweg und Austellung

Der Rundweg führt Sie entlang von 25 Stationen durch und um den „Bunker Valentin“. Der Ort erschließt sich...

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Lernen & Lehren

Literatur, Texte, Karten

Literaturempfehlungen, Texte und Karten zum Download

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Engagement

Rückblick auf unser Workcamp im August 2014

Teilnehmer des internationalen Workcamps vor der Ausgrabungsstätte
Copyright: Denkort Bunker Valentin/LzpB ...

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