Zwangsarbeiter:innen aus ganz Europa und Nordafrika
Das Lager „Heidkamp“ war das größte Lager für Zwangsarbeiter:innen im Bereich der Baustelle des Bunkers „Valentin“. Die ersten Baracken waren bereits 1940 von der Organisation Todt (OT) gebaut worden. Bei Kriegsende waren hier bis zu 4.500 Zwangsarbeiter:innen und italienische Militärinternierte (IMIs) untergebracht. Die meisten Arbeiter:innen verließen das Lager in den Tagen und Wochen nach Kriegsende und machten sich eigenständig auf den Weg in ihre Heimat.
Flüchtlinge und Soldaten
Die ehemalige Nummer 2 auf der Bunkerbaustelle zeichnete 1947 diesen Plan des Lagers „Heidkamp“, das nun Lager „Schwanewede“ hieß. Hier waren nach Kriegende zunächst US-Soldaten untergebracht, die das Wifo-Tanklager bewachten. Ab April 1947 zogen Bombengeschädigte und Flüchtlinge in die Baracken.
Aus dem Lager wird ein Ortsteil
Auf dem Luftbild von 1972 sind die Strukturen des Lagers noch zu erkennen. Vor allem das L-förmige Gebäude neben dem Sportplatz ist noch erkennbar. Hier war bis Kriegsende die Lagerverwaltung untergebracht. Auf ihren Grundrissen stehen heute die Gebäude der Heideschule Schwanewede. Auch die meisten anderen Häftlings- und Funktionsbaracken wurden inzwischen abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Vor allem Einfamilienhäuser entstanden entlang der Wege des ehemaligen Lagers. Der Verlauf der heutigen „Ostlandstraße“ entspricht aber noch der damaligen zentralen Lagerstraße.
Erinnerungszeichen
An der Ostlandstraße stand bis vor kurzem die letzte noch erkennbare Baracke aus der Bauzeit des Bunkers „Valentin“. Auch sie wurde inzwischen abgerissen. Lediglich eine Ecke ist noch erhalten. Sie soll als Zeichen der Erinnerung an die Lagerzeit in der Nähe der gegenüberliegenden Schule aufgestellt werden.