Fausto Menardi (Italien) und Michèle Callan (Irland) sprechen über ihre Erfahrungen als Nachfahren und Angehörige ehemaliger Zwangsarbeiter in Bremen und die Beschäftigung mit der Verfolgungsgeschichte in ihren Familien. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Austausch über die Geschichte von Harry Callan (1923-2019) und Abele Menardi (1923-1995), wie sie über Generationen hinweg vermittelt werden und welche Bedeutung ihnen heute – auch im gesellschaftlichen und internationalen Kontext – zukommt.
Michèle Callan ist die Schwiegertochter von Harry Callan, der 1941 von den Nationalsozialisten gefangen und nach Deutschland deportiert wurde. Die irischen Matrosen weigerten sich freiwillig für Deutschland zu arbeiten und kamen in das sogenannte „Arbeitserziehungslager“ der Gestapo in Farge. Dort wurde Harry Callan gezwungen auf der Bunkerbaustelle, sowie in umliegenden Betrieben und dem Garten des Lagerarztes zu arbeiten, bis zu seiner Befreiung durch die britische Armee. Michéle Callan hat 2018 ein Buch über die Erfahrungen von Harry Callan in nationalsozialistischer Gefangenschaft geschrieben.
Fausto Menardi ist eines von sieben Kindern von Abele Menardi. Dieser kam 1943 als italienischer Militärinternierter über das Kriegsgefangenenlager Stalag XB Sandbostel in das Lager „Heidkamp“ bei Bremen. Er musste dort als Übersetzer Zwangsarbeit leisten. Nach Ende des Krieges gelang es ihm eine Reihe von Dokumenten mit nach Italien zu nehmen. Letztes Jahr kamen Abele Menardis Kinder zum ersten Mal zum Denkort und brachten diese Dokumente mit.
Das Gespräch wird auf Deutsch und Englisch stattfinden, es wird eine Übersetzung ins Deutsche geben.
Veranstaltungsort: Info-Zentrum Denkort Bunker Valentin (Ausstellung)
Zeit: Samstag, 9. Mai 2026, 15 bis 16.30 Uhr
Eintritt: frei
Hinweis: Das Gespräch wird als Audio aufgezeichnet.