Fausto Menardi und Maurizio Tomasi sprechen über ihre Erfahrungen als Nachfahren ehemaliger italienischer Militärinternierter (IMI) und Zwangsarbeiter in Bremen und die Beschäftigung mit der Verfolgungsgeschichte in ihren Familien. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht der Austausch über die Geschichte von Elia Tomasi (1924-2014) und Abele Menardi (1923-1995), wie sie über die Generationen hinweg vermittelt werden und welche Bedeutung ihnen heute – auch im gesellschaftlichen und internationalen Kontext – zukommt.
Maurizio Tomasi ist der Sohn von Elia Tomasi. Elia Tomasi wurde nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten 1943 als italienischer Militärinternierter von der Wehrmacht gefangen genommen und nach Bremen verschleppt, wo er Zwangsarbeit leisten musste.
Am 22. Juli 1945 kehrte er nach Italien in sein Heimatdorf zurück. Im Jahr 1959 kam sein Sohn Maurizio zur Welt, der bereits einige Male den Denkort Bunker Valentin besucht hat.
Fausto Menardi ist eines von sieben Kindern von Abele Menardi. Dieser kam 1943 als italienischer Militärinternierter über das Kriegsgefangenenlager Stalag X B Sandbostel in das Lager „Heidkamp“ bei Bremen. Er musste dort als Übersetzer Zwangsarbeit leisten. Nach Ende des Krieges gelang es ihm eine Reihe von Dokumenten mit nach Italien zu nehmen. Letztes Jahr kamen Abele Menardis Kinder zum ersten Mal zum Denkort und brachten diese Dokumente mit.
Hinweis: Ursprünglich war das Gespräch mit Michèle Callan, der Schwiegertochter von Harry Callan geplant. Da Michèle Callan leider nicht dabei sein kann, freuen wir uns sehr, dass Maurizio Tomasi stattdessen spricht.
Veranstaltungsort: Infozentrum Denkort Bunker Valentin (Ausstellungsraum)
Zeit: Samstag, 9. Mai 2026, 15 bis 16.30 Uhr
Eintritt: frei
Hinweis: Das Gespräch wird als Video aufgezeichnet. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Das Infozentrum und das Gelände sind von 10 bis 17 Uhr geöffnet.