Im Projekt „remembrance lab: Kids“ haben sich Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren mit der Geschichte des Bunkers „Valentin“, NS-Unrecht und Erinnerungskultur auseinandergesetzt. Ziel war es, einen partizipativen Explorationsraum zu schaffen, in dem die Kinder ihren individuellen Fragen und Interessen nachgehen und ihre eigenen Zugänge zum Ort und seiner Geschichte entdecken konnten. Dabei sind niedrigschwellige und inklusive Angebote entstanden, die allen Besucher:innen des Denkortes zur Verfügung stehen.
Warum frühe Auseinandersetzung wichtig ist
Die gesellschaftliche Realität zeigt, dass Kinder bereits früh mit Themen wie Erinnern, Diskriminierung und Gewalt konfrontiert werden. Schließlich sind Klassenräume und Lebensrealitäten von Kindern nicht losgelöst von gesellschaftlichen Ereignissen, Konflikten oder aktuellen Herausforderungen. "Kinder im Grundschulalter erfahren auf verschiedenen Wegen etwas über die Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust. Sie haben Fragen dazu und ein Recht auf Antworten.“ (Andrea Becher, in: Grundschule Sachunterricht 99/2023).
Fragen der Kinder als Ausgangspunkt
Im Projekt sollen waren die Fragen und Erfahrungen von Kindern und ihrem sozialen Umfeld leitend in der Entwicklung dieser Zugänge sein: Was verbindest du mit dem Nationalsozialismus? Was ist Zwangsarbeit? Welche Orte am Denkort Bunker Valentin sind besonders spannend? Was hat das mit mir heute zu tun? Wie stärken wir ein empathisches Miteinander?
In Workshops mit verschiedenen Altersgruppen (Klassenstufe 3 bis 6) hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, diesen Fragen nachzugehen und kreative Zugänge zur Geschichte des Bunkers „Valentin“ auszuprobieren. Sie konnten beispielsweise an der Entwicklung eines Mitmachheftes mitwirken oder Trickfilme drehen.
Kooperative Entwicklung am Denkort Bunker Valentin
Der Denkort Bunker Valentin sucht gemeinsam mit einem Gremium aus Pädagog:innen, Multiplikator:innen und Wissenschaftler:innen nach altersgerechten und interaktiven Ansätzen. Ergänzt wird der Wissensschatz auch um Perspektiven im Austauschtreffen Mitte Oktober 2025.
Bei der konzeptionellen Entwicklung stand dem Projektteam ein Gremium aus Expert:innen der Grundschulpädagogik, Sachunterrichtsdidaktik und politischen Bildungsarbeit beratend zur Seite. Zu den Mitgliedern des Gremiums zählen Prof. Dr. Andrea Becher, Prof. Dr. Alexandra Flügel, Ela Fischer, Malte Jelschen und Petra Maurer. Ergänzt wurdeird der Wissensschatz auch um Perspektiven und Erfahrungen der Expert:innen, die an einem überregionalen Austauschtreffen im Kulturbahnhof Vegesack im Austauschtreffen Mitte Oktober 2025 teilnahmen.
Über Bremen hinaus wirksam
Mit den entwickelten Formaten und Materialien möchte "remembrance lab: Kids" auch über Bremen hinaus Möglichkeiten bieten, bereits mit dieser jungen Altersgruppe über Themen wie Diskriminierung, Gewalt und Krieg in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart zu sprechen.
Gefördert durch die Stiftung EVZ
Das Projekt wurde von der Stiftung EVZ und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Rahmen des Programms "JUGEND erinnert vor Ort & engagiert" gefördert.